Künstlerporträt Mia de Schur
Ich heiße Amravín de Schur. Ich wurde in Peru geboren
und bin dort aufgewachsen. 1982 kam ich nach
Deutschland, hier wurden auch meine drei Kinder geboren.
1998 wanderte ich in die USA aus. Ich studierte an der University of Utah Interkulturelle Pädagogik und Deutsch.
2010 kam ich nach Deutschland zurück.
Die Kunst begleitet mein Leben, seit ich ein Kind war:
Ich habe immer gern musiziert, gestrickt, gekocht, gemalt,
genäht und mit Holz gearbeitet. Nach dem Abitur in Peru
studierte ich einige Jahre an der Kunstschule von Lima.
Meine Werke stellen oft Bilder von Frauen dar, weil ich
durch meine Kunst einen Weg zu meiner eigenen Identität
als Frau finde. Ich arbeitete in den USA mit Mädchen,
die Opfer von Gewalt geworden sind. Das Erlebnis der
Unterdrückung von anderen Frauen, zusammen mit meinen
eigenen Erfahrungen als Lateinamerikanerin in Peru
und als Frau mit Migrationshintergrund in Deutschland,
haben meine Arbeit beeinflusst. Meine Bilder und Skulpturen
entstehen durch lange Phasen von Ruhe, Tanz, Musik
und Gebet. Ich »spreche« mit den Bildern, wenn ich an
ihnen arbeite, es entstehen wahre Wesen, die mit meiner
Seele einen Dialog halten.
Die guten Erfahrungen, die ich in Südamerika, Europa
und Nordamerika gemacht und fürs Leben behalten habe,
kann ich so zusammenfassen: Die Schönheit ist mir wichtiger
als alles. Ich kann durch meine Bilder und Skulpturen
keine schlechte Gedanken artikulieren. Ich kann nicht
meine Leinwände oder meinen Ton dazu missbrauchen,
um Hässlichkeit darzustellen. Ich kann mich nicht auf den
harten Weg nach der Schönheit machen, um nur Hässlichkeit
und Unwerte zu entlarven. Dafür ist mir die Kunst zu
lieb, zu lebendig, zu heilig, zu heilend. Wenn ich mich auf
die Suche nach Kunst mache, suche ich nur das Schöne.
Ab Ende Januar werden die Arbeiten von Mia de Schur in
der Gemeinde Hamburg-Mitte zu sehen sein.
